AKTUELLE PREDIGT

Predigt zum Ewigkeitssonntag 2003 über Matthäus 25, 1-13 

 Predigt über Johannes 5, 24-29  zum Gedenktag der Entschlafenen, dem 22. November 2009 in Nieste, Escherode und Lutterberg

Predigttext: Jesus Christus spricht: Wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem vertraut, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Er kommt auch nicht vor Gericht, sondern ist vom Tod zum Leben hinübergegangen. Wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und hat schon begonnen, dass die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Wer sie hört, der wird leben! Der göttliche Vater hat das Leben in sich selbst, genauso hat er seinem Sohn gegeben, das Leben in sich selbst zu haben. Gott hat ihm auch Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber, dass sogar die Stunde kommt, in welcher alle Toten in den Gräbern seine Stimme hören werden. Die Gutes getan haben, werden herauskommen zur Auferstehung des Lebens. Die Schlechtes angestellt haben, werden herauskommen zur Auferstehung zum Gericht.

Liebe Gemeinde!
Das Märchen von den Boten des Todes der Gebrüder Grimm erzählt, dass ein Riese einmal den Tod niedergerungen und gefesselt habe. Nach einer Weile, die Erde droht bereits an der Überbevölkerung der Menschheit zugrunde zu gehen, wird der Tod von einem jungen Mann aus seiner misslichen Lage befreit. Der Tod ist seinem Befreier dankbar. Zwar kann er auch ihn nicht verschonen, aber er verspricht dem jungen Mann, dass er nicht unversehens überfallen, sondern ihm erst meine Boten senden wolle, bevor er kommt und dich abholt. Der junge Mann war nun stets lustig und guter Dinge und lebte in den Tag hinein. 
Allein Jugend und Gesundheit hielten nicht lange aus, bald kamen Krankheiten und Schmerzen, die ihn bei Tag plagten und ihm nachts die Ruhe wegnahmen. ‘Sterben werde ich nicht,’ sprach er zu sich selbst, ‘denn der Tod sendet erst seine Boten, ich wollte nur, die bösen Tage der Krankheit wären erst vorüber.’ Sobald er sich gesund fühlte, fing er wieder an in Freuden zu leben.

Da klopfte ihn eines Tages jemand auf die Schulter: er blickte sich um, und der Tod stand hinter ihm und forderte ihn auf, die Welt zu verlassen und mit zu kommen. Der Mensch macht nun bittere Vorwürfe, dass der Tod sein Wort gebrochen und keine Boten gesandt habe. Der Tod antwortete: „Habe ich dir nicht einen Boten über den andern geschickt? Kam nicht das Fieber, stieß dich an, rüttelte dich und warf dich nieder? Hat der Schwindel dir nicht den Kopf betäubt? Zwickte dich nicht die Gicht in allen Gliedern? Brauste dir es nicht in den Ohren? Nagte nicht der Zahnschmerz in deinen Backen? Wurde dir es nicht dunkel vor den Augen? Hat nicht mein leiblicher Bruder, der Schlaf, dich jeden Abend an mich erinnert? Lagst du nicht in der Nacht, als wärst du schon gestorben?“ Der Mensch wusste nichts zu erwidern, ergab sich in sein Geschick und ging mit dem Tode fort. 

Den Boten des Todes begegnen wir  täglich. Jeder Verkehrsteilnehmer hat schon mal lebensgefährliche Situationen im Straßenverkehr erlebt. So ein Beinaheunfall ist auch ein Bote des Todes. Viele von uns haben ihre eigenen Erfahrungen mit schlimmen Krankheiten gemacht. Jeden Tag produziert der Körper Tausende von Krebszellen. Erkennt das Immunsystem des menschlichen Körpers bösartige Zellen, so werden diese von den körpereigenen Fresszellen sofort vernichtet. Wenn das Immunsystem jedoch durch einen Virus oder eine andere Krankheit geschwächt ist, dann können sich Krebszellen im Körper ausbreiten. Es ist ein Wunder, wenn ein Mensch viele Jahre gesund bleibt. Und dennoch altern wir mit jedem Herzschlag wir dem Tod entgegen. 

Und dennoch sollen wir leben! Wir sollen nicht in die Tiefen des Todes hinuntergezogen werden. Das Evangelium erzählt uns in einer schönen Geschichte (Matthäus 14,22-33), wie Jesus über den Tod herrscht. Da wandert Jesus auf den stürmischen Gewässern, ein Bild für den Tod. Dem Petrus, der zu ertrinken droht, reicht er seine Hand und zieht ihn aus dem Wasser heraus. Genauso wie die Seeleute einem Unwetter ausgeliefert sind, sind wir Menschen den Mächten des Todes ausgeliefert. Doch Jesus reicht uns seine Hand und hält uns fest. Wir sollen nicht untergehen! Wir sollen leben! 

Und was ist eigentlich Leben? Was ist eigentlich Tod? Ist es Leben, wenn einer sich zurückgezogen hat und nur noch vor sich hin vegetiert? Ist es Leben, wenn ein Jugendlicher nur noch am Computer sitzt, spielt und menschliche Kontakte nur noch über das Internet wahr nimmt? Ist es Leben, wenn ein Workaholic wie eine Maschine arbeitet und arbeitet oder wie ein VW-Käfer läuft und läuft, doch wofür tut er das alles? Ist es Leben, wenn in einer Spaßgesellschaft die Fröhlichkeit nur geheuchelt wird? Ich hatte in den letzten Jahren zwei Suizidanten zu beerdigen. Beide waren Mitglieder in den Elferräten ihrer Karnevalvereine. Ist es Leben, wenn ein Sportler in höchste Klassen aufsteigt, doch am Ende an seinen Depressionen scheitert? Im Fernsehen kam nach dem Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke ein anderer Spitzenfußballer zu Wort, Sebastian Deisler: „Ich kam mir so lächerlich vor. In Berlin habe ich in meiner Wohnung gesessen, ich war bekannt in ganz Deutschland, ich war oben angekommen, und vor der Tür stand ein Mercedes. Aber das alles hat mich nicht mehr glücklich gemacht. Ich habe mich gefragt, war's das jetzt? Ich war todunglücklich.“ Ruhm kann genau so trügerisch sein wie Reichtum.

Was ist Tod? Was ist Leben? Wenn frühmorgens die Vögel fröhlich ihre Lieder singen, das ist Leben. Wenn Kinder fröhlich lachend miteinander spielen, das ist Leben. Wenn eine bunte Wiese voller Blumen unsere Augen erfreut, das ist Leben. Wenn Freunde durch dick und dünn gehen, das ist Leben. Wenn Menschen sich die Treue halten, das ist Leben. Wenn Sterbende noch einmal Wärme und Liebe erfahren, das ist Leben. Wenn ein Verstorbener so friedlich da liegt, auch das ist Leben, ein Hauch der Ewigkeit.

Nun reicht der Herr des Lebens uns die Hand. Er will uns nicht in den tiefen Gewässern des Todes versinken lassen. Wer ihm vertraut und seine Hand ergreift, der soll leben. Dem kann der Tod nichts anhaben. Jesus Christus spricht: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt. Keiner, der lebt und an mich glaubt, wird in Ewigkeit sterben.“ (Johannes 11,25) Was ist Tod? Mit Christus ist der Tod nur ein Schlaf, nur ein Ausruhen bei Gott. 

Heute gedenken wir unserer Toten: Eltern, Geschwistern, Kindern. Der Tod verschont niemanden. Wir wollen aber dem Heiland und Herrn des Lebens vertrauen, der sie einst mit uns zu einer fröhlichen Auferstehung des Lebens rufen kann und will.   Kanzelsegen! Amen

GANG DES GOTTESDIENSTES IN  ESCHERODE AM 22. November 2009

ORGELVORSPIEL
BEGRÜSSUNG

WOCHENSPRUCH: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.
Psalm 90,12

EG 147, 1-3. „Wachet auf“, ruft uns die Stimme

102. PSALM EG-NR.: 741
EHR` SEI DEM VATER ..
KYRIE
EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE
ALLEIN GOTT IN DER HÖH´ SEI EHR..
SEGENSGRUSS

TAGESGEBET
Gott der Hoffnung, zu dir kommen wir mit unserer Trauer um unsere Toten:
Schenke uns die Gewissheit, dass sie in deinem Frieden geborgen sind, richte unseren Blick über die Gräber hinaus und lass uns getrost deiner Zukunft entgegengehen, die du uns aufgetan hast in Jesus Christus, unserm Herrn.

EVANGELIUM: Johannes 5, 24-29

GLAUBENSLIED:  EG. 184, 1-5: Wir glauben Gott im höchsten Thron

PREDIGT über Johannes 5, 24-29

EG 398, 1+2: In dir ist Freude

VERLESUNG DER VERSTORBENEN AUS DEM KIRCHENJAHR 2008/2009:

FÜRBITTENGEBET
Gott des Lebens bist du, du bist stärker als der Tod. Uns Lebenden schenkst du deinen Atem.
Unseren Toten gibst du deine ewige Ruhe.

Unserer Toten wollen wir vor dir gedenken,
aller, die zu uns gehörten und schon von uns gegangen sind. Du weißt ihre Namen,
noch bevor wir sie vor dir aussprechen können.
In unseren Herzen haben sie einen besonderen Platz. Gib auch du ihnen in deinem göttlichen Herzen den besonderen Ort.
Umgib sie mit deiner ewigen Ruhe.
Tröste uns. Schenke unseren Erinnerungen die Hoffnung auf deine ewige Ruhe.

Ein Gott der Hoffnung bist du, du bist größer als unsere Sehnsucht.
Den Zweifelnden schenkst du Zutrauen. Den Verzweifelten gibst du Zuversicht.
Der Bedrängten wollen wir vor dir gedenken, aller, die ihre Hoffnungen verlieren.
Du kennst sie beim Namen und weißt, worum sie bangen: ihre Arbeit, ihre Häuser, das Leben ihrer Liebsten, ihr eigenes Leben.
Sende deinen Atem aus. Schenke ihren Hoffnungen die Kraft, wirklich zu werden.

Ein Gott des Friedens bist du, du bist mächtiger als der Hass.Den Friedfertigen verheißt du, deine Kinder zu heißen. Der Opfer von Gewalt und Hass wollen wir vor dir gedenken. Du fühlst ihr Leiden, während wir nur weniges über sie erfahren. Lindere ihre Schmerzen.
Verwandle mit deinem Frieden unsere friedlose Welt.

Du bist unser Gott, so vertrauen wir uns dir im Namen Jesu an.


STILLE ZEIT

ZUSPRUCH:
Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen...... Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8, 26b + 28a)

EG 148, 1+7+8: Herzlich tut mich erfreuen (Bitte mit Melodie von „Wie lieblich ist der Maien“)

SALUTATIO ZUM ABENDMAHL
PRÄFATION
Wahrhaft würdig ist es und recht, dass wir dich, Herr, heiliger Vater, ewiger Gott, zu allen Zeiten und an allen Orten loben und dir danken. In dir leben und sind wir, jeden Tag erfahren wir auf's Neue das Wirken deiner Güte. Schon in diesem Leben schenkst du uns den Heiligen Geist, das Unterpfand ewiger Herrlichkeit. Du hast deinen lieben Sohn auferweckt von den Toten und uns die Hoffnung geschenkt, dass auch wir erweckt werden zu unvergänglichem Leben. Darum preisen wir dich mit allen, die uns vorausgegangen sind im Glauben und singen das Lob deiner Herrlichkeit:

ALS HEILIG: EG 331, 1-2
VATERUNSER
EINSETZUNGSWORTE
AGNUS DEI: Christe du Lamm Gotets
AUSTEILUNG
DANKLIED: EG 333, 1
DANKGEBET

EG 116, 1+2+5: Er ist erstanden, Halleluja

ABKÜNDIGUNGEN

SENDUNG UND SEGEN
ORGELNACHSPIEL


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Ekhard Brandes

 

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