Predigt über
Matthäus 13, 44-46 am 9. Sonntag, nach Trinitatis,
dem 5. August 2007 in Nienhagen zur Goldenen Konfirmation
Predigttext: Das
Himmelreich ist zu vergleichen mit einem Schatz, der in einem Acker
verborgen ist. Als ihn ein Mensch fand, versteckte er ihn. Voller
Freude ging er heim, verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den
Acker.
Wiederum ist das
Himmelreich zu vergleichen mit einem Kaufmann, der schöne
Perlen suchte. Als er aber eine besonders wertvolle Perle gefunden
hatte, zog er los, verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie.
Liebe Gemeinde!
Wie die Konfirmation ist die Goldene Konfirmation eigentlich ein
Glaubensfest. Vor 50 Jahren haben Sie öffentlich JA gesagt: JA
zu Ihrer Taufe, JA zum Glauben an Gott, dem Schöpfer des
Himmels und der JA, JA zum Glauben an unseren Heiland und
Erlöser, Jesus Christus, JA zum Glauben an den Heiligen Geist.
Doch welchen Stellenwert hat der Glaube wirklich in unserem Leben.
„Glaube ist Privatsache!“ Das hört man
immer wieder. Doch wenn eine Katastrophe oder ein Terroranschlag
geschehen ist, dann sitzen die Politiker im Trauergottesdienst in der
ersten Reihe! „Was brauche ich den Gottesdienst. Ich bin doch
noch nicht so alt!“ Auch diese intelligente
Äußerung bekommt man bisweilen zu hören.
Der Glaube als eine Art eine Feuerwehr für den Notfall? Gehen
wir dieser Vorstellung einmal nach und nehmen wir uns doch mal die
Feuerwehr als Vorbild: Eine tüchtige Feuerwehr trainiert jede
Woche. Eine Feuerwehr ohne Training kann man nämlich
vergessen! Genauso ist es mit dem Glauben, wenn er nicht trainiert
wird, nutzt er nicht viel!
Wie wichtig ist mir der Glaube? Ist er lediglich Gewohnheitssache wie
eine solche langjährige Ehe, in der Eheleute nur noch
nebeneinander herleben. Doch wie hat so eine Gewohnheitsehe einmal
angefangen?
Da war einmal ein Pärchen, frisch verliebt. Sie hatten Augen
nur füreinander. Sie schwebten im siebten Himmel.
„Du bist mein liebster Schatz!“, sagte er zu ihr.
„Ja“, antwortete sie; „Ich kann ohne dich
nicht sein!“ Für die beiden war nur die Liebe von
Bedeutung. Alles andere war völlig unwichtig! Am Arbeitsplatz
und bei Bekannten hatte man Verständnis dafür. Unser
frisch verliebtes Paar verlobte sich und heiratete auch bald.
Sie zogen in die Flitterwochen, doch aus den Flitterwochen wurde dann
Alltag. Die schöne Gesicht der Braut bekam Falten, der
schlanke Körper des Bräutigams einen voller werdenden
Bauchansatz. Aus den guten Tagen wurden bisweilen auch böse
Tage, und das Wort „Schatz“ war auch seltener zu
hören.
Aber wir wollen nicht vergessen: diese Zeit des Verliebt seins war
wirklich die schönste Zeit, welche die beiden hatten. Alles
andere war damals unwichtig gewesen, nur die Liebe allein
zählte. Aber irgendwann muss ja wohl jedes Paar wieder vom
siebten Himmel auf die Erde zurück. Ausbildung, Arbeit,
Verpflichtungen: irgendwann müssen sie wieder ernst genommen
werden!
Es gibt Momente im Leben, die niemals vergehen sollten. In den
Fernsehshows sehen wir bisweilen die überschwängliche
Freude, wenn eine Kandidatin den Großen Preis einer
Quizsendung gewonnen hat. Solche Freude verstehen wir sehr gut, denn
wer würde nicht auch mal gern einen Großen Preis
gewinnen? Um ein bisschen Wasser in den Wein der Lottofreunde zu
gießen: Es ist schon merkwürdig, wie schnell das
Geld des Lottogewinners verbraucht ist. Viele Lottogewinner sind in
schlimmster Armut geendet.
Jesus erzählt uns von einem Schatz, der nicht abnimmt, der
nicht gestohlen oder zerstört werden kann (Lukas 12,33).
Für diesen Schatz im Himmel gebraucht Jesus recht irdische
Vergleiche. Zwei dieser Vergleiche werden uns heute genannt: das
Himmelreich ist zu vergleichen mit einem Schatz im Acker und mit einer
besonders wertvollen Perle. Die Finder verkaufen alles, was sie haben,
und kaufen dafür diese reichen Schätze. Eigentlich
riskieren sie nichts! Kein anderer weiß von ihrem Geheimnis,
sie müssen nur schnell genug ihr Schnäppchen kaufen.
Nun bereiten ja Schnäppchen eine doppelte Freude: der
Händler freut sich, wenn er seinen Ladenhüter endlich
an den Mann bringen kann; der Kunde freut sich über sein
Schnäppchen. Doch das Reich Gottes, das Himmelreich, ist zwar
ein einmaliges Schnäppchen, es ist alles andere als ein
billiger Ladenhüter. Es ist kostbarer als die einmalige Perle
in der Krone eines Königs. Es ist kostbarer als jedes Hab und
Gut!
Ob Himmelreich oder ob Glaube: es läuft auf das Gleiche
hinaus! Wie wichtig ist es uns, zu glauben und das Himmelreich zu
gewinnen? Sie haben damals im Konfirmandenunterricht Luthers
Erklärung zum Ersten Gebot gelernt: „Wir sollen Gott
über alle Dinge fürchten, lieben und
vertrauen.“ In seinem Großen Katechismus nennt
Luther einige Dinge, die uns vom Glaube ablenken können: die
Jagd nach Geld und Gut, der Stolz auf die eigene Herkunft und Familie
und der Stolz auf eigenes Wissen und Können. Alles das ist
vergänglich und verblasst im Licht der Ewigkeit Gottes.
„Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten,
lieben und vertrauen.“ So gewinnen wir einen Schatz, dessen
Wert nicht verfallen und den kein Gauner uns wegnehmen kann.
Alles andere wird nebensächlich und unwichtig, wenn uns die
Freude über den gefundenen Schatz ergriffen hat.
Gott freut sich, wenn sein Schatz gefunden und erworben wird. Sein
Schatz kostet uns alles und kostet uns nichts! Er kostet uns kein Geld,
weil man ihn mit Geld nicht kaufen kann! Er kostet aber sehr viel, dass
wir alles andere für zweitrangig und nebensächlich
ansehen werden, wenn wir das Reich Gottes gewinnen. Die Jagd nach dem
Geld, das Kämpfen um die Karriere, die Suche nach
persönlichen Vorteilen: alles das wird so völlig
unwichtig, wenn wir diesen Schatz im Acker, das Himmelreich Gottes
gefunden haben.
Kanzelsegen! Amen
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GANG
DES GOTTESDIENSTES ZUR GOLDENEN KONFIRMATION IN NIENHAGEN AM 5. AUGUST
2007
ORGELVORSPIEL
BEGRÜSSUNG
WOCHENSPRUCH: Wem viel gegeben ist, bei dem wird man auch viel suchen;
und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern. (Lk
12,48)
EG 447, 1-3+7+8: Lobet den Herren
139. PSALM EG-NR.: 754
EHR` SEI DEM VATER ..
KYRIE
EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE
ALLEIN GOTT IN DER HÖH´ SEI EHR..
SEGENSGRUSS
KOLLEKTEN- ODER TAGESGEBET
Wie Bäume auf festem Grund so strecken wir unsere Wurzeln zu
dir, Gott. Du nährst uns, du stärkst uns. Die Frucht
unseres Lebens wächst aus deiner Kraft. Lob und Dank sei dir
in Ewigkeit.
EVANGELIUM: Matthäus 13,44-46 Schatz im Acker und kostbare
Perle
EG 497, 1+2+7+8+14: Ich weiß, mein Gott, daß all
mein Tun
PREDIGT über Matthäus 13,44-46 Schatz im Acker und
kostbare Perle
EG 565, 1-4 Mein Schöpfer steh mir bei
Vorstellung der Jubilare und Gedenken der Verstorbenen
(Konfirmationsagende S. 205)
GLAUBENSBEKENNTIS
und Taufgedächtnis (Konfirmationsagende S. 205f)
Anrede (Konfirmationsagende S. 206f)
Segensgebet (Konfirmationsagende S. 207)
Segnung nach Dörfern und Geschlecht
EG 317, 1-4: Lobe den Herren
ABKÜNDIGUNGEN VON AMTSHANDLUNGEN
FÜRBITTENGEBET
Konfirmationsagende S. 224, Nr. 6)
STILLE ZEIT
ZUSPRUCH:
Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt;
sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem
Seufzen...... Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen. (Römer 8, 26b + 28a)
EG 229, 1-3: Kommt mit Gaben und Lobgesang
SALUTATIO ZUM ABENDMAHL
PRÄFATION
In Wahrheit ist es würdig und recht, daß wir dir,
Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, zu aller Zeit und an
allen Orten Dank sagen durch unseren Herrn Jesus Christus. In ihm hast
du uns deine Liebe offenbart und uns den Weg zum Leben erschlossen.
Darum loben die Engel deine Herrlichkeit, darum beten dich an die
Mächte und fürchten dich alle Gewalten. Die
Kräfte des Himmels preisen dich mit einhelligem Jubel.
Mit ihnen vereinen wir unsere Stimmen und lobsingen ohne Ende:
ALS HEILIG: EG 331, 1+2. Großer Gott, wir loben dich
VATERUNSER
EINSETZUNGSWORTE
ALS AGNUS DEI: EG 190, 2: Christe, du Lamm Gottes
AUSTEILUNG
DANKLIED: EG 333, 1+2: Danket dem Herrn
DANKGEBET: Konfirmationsagende S. 221, Nr. 1
EG 503, 13+14: aus Geh aus mein Herz
ABKÜNDIGUNGEN
SENDUNG UND SEGEN
ORGELNACHSPIEL
ORGELNACHSPIEL
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