| Predigt über
Jesaja 9, 1-6 am Heiligabend 2005 zur
Christvesper in Nienhagen und zur Christmette in Nieste Das Volk, das im Dunkeln umhertappt, sieht ein großes Licht! Über dem Volk, das im Land tiefster Finsternis lebt, scheint ein glänzendes Licht! Du vermehrst den Jubel! Du steigerst die Freude! Vor deinem Angesicht freut man sich, wie man sich über eine reiche Ernte freut oder wie man beim Verteilen des Gewinns jubelt. Du zerbrichst du das Joch, welches das Volk belastet. Du zerbrichst den Stock des Sklaven-treibers - wie damals beim Gericht über die Midianiter. Alle Stiefel, die im lärmenden Gleichschritt auftreten und alle blutbefleckten Uniformen werden dem Feuer zum Fraß verbrannt. Denn ein Kind ist für uns geboren. Ein Sohn ist für uns gegeben. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Man wird seinen Namen aus-rufen: Wunderbarer Staatsmann! Held Gottes! Vater der Ewigkeit! Fürst des Friedens! Un-endlich ist seine Herrschaft! Ohne Ende wird Friede sein auf Davids Thron und über sein Königtum, um es mit Recht und Gerechtigkeit zu festigen und zu stützen von jetzt an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN aller Gewalten wird solches tun. Liebe Gemeinde! In den letzten Tagen fand ich durch Zufall im Internet vier Fotos der europäischen Weltraumbehörde ESA. Sie zeigen aus einer Ent-fernung von 3,5 Millionen Kilometer die Erde und ihren Trabanten, den Mond. Erde und Mond erscheinen nur noch als ein größerer und ein kleinerer heller Fleck. Mich fasziniert das. Wie wird unsere Erde von anderswo her gese-hen? Ein weißer Fleck oder aus noch größerer Entfernung ein Lichtpunkt unter unzählbar vie-len Himmelkörpern! Mich fasziniert es auch, in einem Flugzeug zu sitzen und nach unten zu schauen. Ich bestaune die Landschaften und überlege, was die Men-schen dort jetzt wohl gerade machen. Auf allen Weltraumfotos von unserer Erde sieht man nichts mehr vom Leben. Vom hoch oben flie-gendem Flugzeug aus sieht man höchstens die Rauchwolken, wie bei Brandrodungen im Ur-wald entstehen – oder nachts sieht man die Lichter der Millionenstädte. Ganz still gleitet die Landschaft unter einem vorbei. Doch da untern wird gelebt, geliebt und gehasst, gelacht und geweint, gearbeitet und ausgeruht. Im Sommer sehe ich bei gutem Wetter die Flug-zeuge am Himmel fliegen und frage mich manchmal, ob dort irgendein Passagier auf uns herunter blickt und einen Gedanken für uns verschwendet? Wenn ich mich nun mit dem Weltraum beschäftige, kommt für mich irgendwann auch die Frage nach seinem Schöpfer. Wie sieht uns eigentlich der Schöpfer? Ist für den Schöpfer dieses Universums diese Erde auch ein Licht-punkt von vielen? Sollte Gott einen Gedanken für unsere Erde und seine Bewohner ver-schwenden? Ein Glaube antwortet mit einem klaren JA! Der allumfassende, der allmächtige Gott ver-schwendet sogar unendlich viele Gedanken an uns. Ein ganz herausragender Gedanke war der, dass der Schöpfer allen Seins uns Men-schen nahe kommen wollte. Gott will bei seinen Menschenkindern wohnen. Gott wird ein Menschenkind! Denn ein Kind ist für uns geboren. Ein Sohn ist für uns gegeben. Die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Wir können von diesem Kind alles erwarten, welches im Stall von Bethlehem geboren wird, denn es ist Gottes Kind! Es wird an dieser Herrschaft zerbrechen: Der Weg wird dieses Kind von der Krippe von Bethlehem zum Kreuz von Golgatha führen. Dieses Kind wird sterben und als König dieser Welt wieder auferstehen. Dieses Kind, Jesus Christus, wird uns alles geben, was wir zu ei-nem guten Leben brauchen: Freiheit und Frie-den, Recht und Gerechtigkeit. Ohne Ende wird Friede sein ... über sein Königtum, um es mit Recht und Gerechtigkeit zu festigen und zu stützen von jetzt an bis in Ewigkeit. Natürlich sieht die Realität ganz anders aus. Etwa 45 bewaffnete Konflikte haben wir in diesen Tagen zu beklagen. Der Waffenhandel, der Handel mit dem Tod, blüht! Knapp wer-dende Ressourcen wie Erdöl oder Wasser wer-den Ursache für künftige Streitigkeiten sein. Wir Menschen sind schon so ein Volk, wel-ches im Dunkeln herumtappt und eigentlich keinen Rat weiß! Gott schickt uns jemanden, der klüger ist als wir alle. Man wird seinen Namen ausrufen: Wunderbarer Staatsmann! Held Gottes! Vater der Ewigkeit! Fürst des Friedens! Unendlich ist seine Herrschaft! Dieser Staatsmann wird keine krummen Dinger drehen. Dieser Staats-mann wird sich nicht feige aus seiner Verant-wortung stehlen und seine eigenen Vorteile suchen. Dieser Staatsmann wird auf wunderba-re Weise regieren. Er wird sogar den Tod die-ser Welt auf sich nehmen! Dieser Staatsmann wird in Ewigkeit Frieden schaffen. Gott schickt uns jemanden, der größer ist als unsere großartigen Leute. Gott schickt uns ein Kind! In unserer deutschen Nationalhymne singen wir von „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Recht und Gerechtigkeit und Freiheit sind aber einzig und allein dort zu finden, wo Gottes Wille regiert. Jesus Christus war und ist der einzige, der vollständig den Willen Gottes er-füllt hat. Nur in seinem Königtum finden wir, was wir brauchen. Der Stern von Bethlehem, Jesus Christus, zeigt uns den Weg in Gottes ewiges Reich! Wonach könnten wir uns sonst orientieren als an diesem Licht Gottes? Wir sind enttäuscht worden von den Ideologien der letzten Jahre und Jahrzehnte. Sie haben große Hoffnungen geweckt und schlimme Dinge verursacht. Ob es gestern die Kommunisten waren oder heute die Kapitalisten sind: Viele Versprechungen werden gegeben und gebrochen. Jeden Tag lügt uns die Werbung im Fernsehen etwas vor. Wir brauchen deshalb eine verbindliche Orien-tierung für unseren Weg! Wir brauchen ver-bindliche Regeln für unser Zusammenleben! Wer aber meint, dass es außerhalb des Glau-bens verbindliche Normen und Werte geben kann, der betrügt sich selbst. Es gibt keine an-dere Alternative zum Wort und zum Willen unseres Gottes! Es gibt nur einen, dem wir wirklich vertrauen können, nämlich diesem Wunderbaren Staatsmann! – dem Helden Got-tes! – dem Vater der Ewigkeit! – dem Fürst des Friedens! – Jesus Christus! So macht eure Au-gen auf und schaut auf das große und glänzen-de Licht von Weihnachten! Gott ist sehr verschwenderisch mit seinen Ge-danken an uns Menschen! Mit Jesus bringt Gott den Menschen neue Freiheit! Gott zer-bricht das Joch, welches das Volk belastet. Gott zerbricht den Stock des Sklaventreibers. Gott zerbricht die Waffen der Starken! Gott zerbricht die Macht jener Leute, jener „Heu-schrecken“, denen Gewinnmaximierung vor Menschlichkeit geht. Gottes Geist schafft Wahrheit: wir brauchen uns nicht mehr durch leere Versprechungen und Lügen verdummen zu lassen! Gottes Geist schenkt Liebe: die Liebe überwindet diese schreckliche ICH - Bezo-genheit vieler Menschen. Gott Geist schenkt Hoffnung: die Hoffnung befreit uns vor der Zukunftsangst. Gott will uns frei machen, da-mit wir aufatmen und in wirklicher Freiheit und Würde leben. Wir sollen zu Ebenbilder Gottes werden! Zu Weihnachten wird Gott ein Menschenkind, damit wir Menschen zu Gotteskindern werden! Deshalb ist Jesus, der ewige Friedefürst zu Bethlehem geboren. Möge er auch in unseren Herzen wohnen! Kanzelsegen! Amen. |
GANG DES GOTTESDIENSTES IN
DER CHRISTNACHT 2005 IN NIESTE, 22.30 UHR VORSPIEL BEGRÜSSUNG TAGESSPRUCH: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3, 16 EG 1, 1-3+6: Macht hoch die Tür (Strophe 6 = Gloria patri – Strophe) KYRIE EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE... ALLEIN GOTT IN DER HÖH´ SEI EHR... SEGENSGRUSS TAGESGEBET Du unser Gott, lass uns dein Licht aufgehen. Lass es hell werden bei uns, lass uns deine Wärme spüren, die in unsere Welt hinein-strahlt durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder. KIRCHENCHOR ALTTESTAMENTLICHE LESUNG: JESAJA 9, 1-9 Halleluja KIRCHENCHOR 1. BIBELLESUNG: LUKAS 2, 1-7 EG 37, 1-4: ICH STEH AN DEINER KRIPPE HIER 2. BIBELLESUNG: LUKAS 2, 8-14 EG 24, 1-6+15 : Vom Himmel hoch da komm ich her 3. BIBELLESUNG: LUKAS 2, 15-20 EG 40, 1+3+5= HEFT-NR:3, 1+3+5: Dies ist die Nacht, da mir erschienen PREDIGT über JESAJA 9, 1-9 EG 36, 1-3+7+12 Fröhlich soll mein Herze springen FÜRBITTENGEBET Herr, du warst bei den Hirten in der Nacht. Du hast sie licht gemacht, als sie dunkel wa-ren. Du hast sie reich gemacht, als sie arm waren. Du hast sie froh gemacht, als sie e-lend waren. Du hast sie munter und fröhlich gemacht, als sie müde und niedergeschla-gen waren. Du hast ihre Welt und ihr Leben mit dem Glanz deiner Herrlichkeit erfüllt. Komm so auch zu uns in dieser Zeit. Wir bitten dich. Komm zu uns, in denen es dun-kel ist, und mache uns licht. Komm zu uns und mache uns reich: reich mit Liebe fürein-ander. Komm zu uns und mache uns froh über deine Gaben in dieser Welt. Komm zu uns und lass deine Herrlichkeit leuchten bei uns und bei allen Einsamen und Kranken, allen Gequälten und Friedlosen. Komm zu uns und in alle Welt mit deiner Herrlichkeit, o Gott, damit wir dich hier und in aller Welt loben können In der Stillen wollen wir dir sagen, was un-sere Herzen bewegt. (Stille Zeit währenddessen bitte bereits mit dem Läuten beginnen) VATERUNSER EG 44, 1-3: 0 DU FRÖHLICHE (Heft Nr. 18, 1-4) SENDUNG UND SEGEN NACHSPIEL |
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